„Unterwegs auf Schatzsuche“ - Bericht von der Regionalen Fortbildung „Peer Schulung“ vom 8. bis 10. Juni in Shanghai

„Unterwegs auf Schatzsuche“ - Bericht von der Regionalen Fortbildung „Peer Schulung“ vom 8. bis 10. Juni in Shanghai

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1. Peer Review und Peers

Gerade an Auslandsschulen sind Schulentwicklungsprozesse und Pädagogisches Qualitätsmanagement (PQM) von großer Bedeutung. Die Peer Review ist hierbei ein verbindlicher Baustein zur Qualitätssicherung und ergänzt die Selbstevaluationsmaßnahmen der Schule. Bei den Peers, den sogenannten „kritischen Freunden“, handelt es sich um Lehrkräfte, die auf einer Regionalen Fortbildung geschult worden sind und die im Zweier- oder Dreier-Team für drei Tage eine Schule der Region 14 oder 15 besuchen. Dabei werfen sie von außen einen Blick auf im Vorfeld ausgewählte Bereiche. Diese Untersuchungsschwerpunkte sind dem sogenannten Aktionsplan einer Schule, der Übersicht über die zahlreichen Entwicklungsschwerpunkte, entnommen und werden von der einladenden Schule zusammengestellt. Beispiele hierfür sind die Umsetzung des DaZ-Konzepts der Schule, der Einsatz von interaktiven Tafeln im Unterricht, die Gestaltung von Lernumgebungen oder Maßnahmen zum schüleraktivierenden oder fächerübergreifenden Unterricht. Die Peers verstehen sich bei ihrer Tätigkeit in erster Linie als Schatzsucher und nicht als Defizitfahnder.

2. Wie gelangen die Peers zu ihren Erkenntnissen?

Im Vorfeld erhalten die Peers einen von der einladenden Schule verfassten Schulbericht, der ihnen hilft, die Schule besser zu verstehen. Diese Übersicht enthält einige einleitende Informationen zum Aufbau der Schule, sie sollte aber insbesondere gezielte Details zu den ausgewählten Untersuchungsschwerpunkten enthalten. Ein praktisches Beispiel: Entscheidet sich die Schule, von außen überprüfen zu lassen, ob interaktive Tafeln im Unterricht eingesetzt werden, dann ist es sinnvoll, neben anderen Dokumenten die Fortbildungen zusammenzustellen, die zu dieser Kompetenzvertiefung bei den Lehrkräften beigetragen haben. Sind die Peers vor Ort, lernen sie in der Regel zunächst in einem Schulrundgang die Bildungseinrichtung kennen. Immer steht dabei der Untersuchungsschwerpunkt im Fokus. Soll beobachtet werden, inwieweit im Unterricht schüleraktivierende Maßnahmen eingesetzt werden, dann achten die Peers beim Blick in die Klassenzimmer und Differenzierungsräume sicher darauf, ob genügend Materialien vorhanden sind, die den Lernenden Eigenständigkeit beim Wissenserwerb ermöglichen. Des Weiteren finden zahlreiche, 20-minütige Unterrichtsbeobachtungen statt. Ergänzt werden die Eindrücke der Peers durch ca. 40-minütige Interviews (auch Gruppeninterviews mit bis zu fünf Personen sind denkbar).

3. Wie erfolgt die Auswertung?

Am Ende der dreitägigen Peer Review steht die mündliche Rückmeldung, zu der alle Personen eingeladen werden. Die Schule enthält hier Antworten auf die gestellten Entwicklungsfragen und somit wichtige Hinweise für ihre Qualitätssicherung.

4. Ausblick: Die Peer Review an der DSTY im kommenden Schuljahr

An der DSTY erfolgte 2012 die erste BLI. Neben der Verleihung des Gütesiegels „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ war eine wichtige Konsequenz der Inspektion der Auf- bzw. Ausbau eines DaF/DaZ-Konzepts und dessen Implementierung. Bevor nun nach dem bereits erfolgten Bilanzbesuch die BLI 2.0 im Jahr 2019 ansteht, werden wir in einem nächsten Schritt von den Peers besucht. Der Steuergruppe ist bereits der Auftrag erteilt worden, die Peer Review vorzubereiten und durchzuführen. Einer der beiden Untersuchungsschwerpunkte wird voraussichtlich die Frage nach der gelungenen Implementierung des DaZ-Konzepts sein. Und so sind wir auf die Rückmeldungen gespannt, die wir beispielsweise auf die Frage „Inwieweit gehen die an der Schule vorhandenen Deutsch-Fördermaßnahmen individuell auf den Lernenden ein?“ bekommen werden. 

Silke Sachs
Fortbildungskoordinatorin und Peer

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