DaZ Tagung – Schreibkompetenz an der DSTY

DaZ Tagung – Schreibkompetenz an der DSTY

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Im vergangenen Schuljahr wurde das DfU-Kooperationsprojekt zwischen Lehrkräften der DSTY und Dozenten verschiedener japanischer Universitäten ins Leben gerufen. In einer Pilotprojektphase wurden dabei schriftliche Lernbiografien einer 10. Klasse untersucht. Deutlich waren hier Unterschiede bei vom Japanischen bzw. vom Englischen beeinflussten Lebensläufen zu erkennen.

Seit Beginn des Schuljahres 2016/17 geht die Zusammenarbeit nun in die nächste Runde: Ausgewählt wurden hierfür zwei Klassen der Unterstufe; da es sich um jüngere Lernende handelt, können sie über einen längeren Zeitraum begleitet werden. In regelmäßigen Treffen und Besprechungen tauschen sich beide Seiten (neu im Schul-Team ist Maria Rauhut) aus und analysieren gemeinsam Schülertexte auf Stärken und Schwächen. Erste Ergebnisse dieser Kooperation zwischen Schule und Wissenschaft wurden nun einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert: Vom 17. bis zum 20. März fand in Hayama die 22. DaZ-Tagung der Japanischen Gesellschaft für Germanistik (JGG) statt. Neben Vorträgen – zu Gast war die Bremer Professorin Nicole Marx, deren Schwerpunkt die Mehrsprachigkeit ist – standen Workshops und drei Teilnehmerbeiträge auf dem ausgefüllten Seminarplan.

Im Tagungssaal in Hayama werden letzte Details für die Präsentation besprochen: Nancy Yanagita, Dr. Michael Schart, Eva Koizumi-Reiter, Nina Kanematsu und Ruben Kuklinski (von links nach rechts)

Der knapp 30minütige Beitrag unserer DfU-Gruppe trug den Titel „Schreibkompetenz im Kontext von Mehrsprachigkeit“ und setzte sich aus vier Themenschwerpunkten zusammen:

Einleitend stellte Diana Beier die DSTY mit den wichtigsten Eckdaten sowie das DfU-Projekt und seine Ziele – dazu zählen Fördermaßnahmen für die Schüler, Stärkung des Selbstbewusstseins mehrsprachiger Jugendlicher und Ratgeber für Unterrichtende - vor. In einem weiteren Baustein präsentierten Ruben Kuklinski und Nina Kanematsu, die Leiterin des Deutschen Seminars an der DSTY, die Ergebnisse der Datenanalyse, die mit Hilfe des Softwareprogramms MAXQDA gewonnen wurden. So spricht beispielsweise im Durchschnitt jedes Kind der zur Analyse herangezogenen Unterstufenklasse 2,4 Sprachen. Auffällig ist dabei auch, dass Schüler und Schülerinnen mit einem mehrsprachigen Hintergrund deutlich längere Texte mit komplexeren Sätzen verfassen. Abschließend ging Eva Koizumi-Reiter auf die positiven Aspekte und die Stärken der untersuchten Lernerbiografien ein. So ist das deutliche Bemühen um das Erreichen eines formellen Registers erkennbar, in der Morphologie zeigt sich teilweise eine sichere Beherrschung der Konjunktivformen und der reflexiven Verben. Auch Satzgefüge mit mehreren Nebensätzen sind zu erkennen.

Die sich an den Vortrag anschließende Diskussion zeigte, dass unser Projekt auf positive Resonanz stieß. Insbesondere die Dozenten aus Japan bekundeten großes Interesse an der DSTY, die viele von ihnen noch nicht kannten.

Ausblick: So wird es weitergehen

Bei der 23. Tagung der JGG im nächsten Jahr sollen dann die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse präsentiert werden.

Folgende Fragen können dabei eine Art Wegweiser bei der Auswertung weiterer Schülertexte sein:

Welche Tendenzen kennzeichnen die unterschiedlichen Gruppen mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler?

Welche konkreten Fördermaßnahmen lassen sich erstellen (zum Beispiel um die häufigere Verwendung von Nebensätzen zu erreichen) und welche Auswirkungen haben diese?

 

Silke Sachs (für die DfU-Gruppe)

© 2016 Deutsche Schule Tokyo Yokohama