Mit dem Schweizer Unterricht unterwegs
Montag, 9. Juni – Im Fokus: Der Schweizer Pavillon
Am Morgen des 9. Juni 2025 versammelten wir uns, zehn Schülerinnen und Schüler der 5. bis 11. Klasse des Schweizer Unterrichts, vor der Schule. Treffpunkt war um 8 Uhr beim Schirm vor dem Haupteingang. Gemeinsam mit den Begleitpersonen Toni Meier und Franziska Schneider-Lüthi fuhren wir mit dem Shinkansen nach Osaka zur Weltausstellung 2025. Die Gruppe war voller Neugier und Vorfreude auf das, was uns erwartete.
In Osaka brachten wir zunächst unser Gepäck in das Youth Hostel Shin-Osaka, das nah am Bahnhof liegt, und aßen dort unser mitgebrachtes Picknick zu Mittag. Danach ging es direkt zur Expo.
Am ersten Tag stand im Mittelpunkt der Schweizer Pavillon, den wir am Nachmittag besuchten und der Ausstellungen zu drei Themen enthält: Leben, Planet und erweiterter Mensch. Bei einer interessanten Führung nur für uns, konnten wir Fragen stellen und den Pavillon sowie die Exponate auf uns wirken lassen.
„Heute besuchten wir die Expo in Osaka. Eines der Dinge, die wir als Schweizer Unterricht zusammen unternommen haben, war der Besuch des Schweizer Pavillons“, berichtet Philip. Besonders in Erinnerung blieb die Führung durch die Ausstellung zu aktuellen Schweizer Innovationen, wie etwa einem Roboter der ETH Zürich, „der die jetzigen Roboter auf dem Mars ersetzen soll, um Energie zu sparen.“ Zum Schluss durfte das Abschlussfoto vor der „Heidi“-Wand natürlich nicht fehlen.


Leo war fasziniert von dem großen Scherenschnitt mit seinen vielen Details, der den ersten Raum des Pavillons prägte: „Ganz links waren Schweizer Erfindungen zu sehen, wie der Reißverschluss. Unten sahen wir vier Räume, in denen Menschen standen; diese standen für die vier Landessprachen. Rechts unten sahen wir Roger Federer und rechts vom Schweizer Wappen Wilhelm Tell, den Nationalhelden.“ Nach der Führung erhielten wir ein Quiz über den Raum mit dem großen Scherenschnitt und konnten zeigen, wer was alles entdeckt hatte.

Ami war vom nachhaltigen Ansatz des Pavillons beeindruckt: „Der Architekt Manuel Herz hat den Schweizer Pavillon so gebaut, dass er beim Abbau nur einen sehr geringen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Die Aussenhülle wiegt ca. 450 kg und ist so leicht, dass sie mit zwei bis drei Lastenrädern transportiert werden kann.“ Auch, dass der Pavillon nach der Weltausstellung wiederverwendet wird, fand sie wichtig: „Die Hülle des Schweizer Pavillons wird beispielsweise nach der Expo 2025 wiederverwendet oder recycelt, zum Beispiel als Möbelstücke.“

Am Abend durften wir als Gruppe im Heidi Café zu Abend essen. Das Restaurant des Schweizer Pavillons bietet Schweizer Gerichte und Getränke an.
Nico schreibt zum Menü: „Zur Hauptspeise gab es Raclette mit Kartoffeln oder eine Fleisch- und Käseplatte. Zum Dessert gab es Schokoladenmousse, Karotten-Cheesecake und Himbeer-Hōjicha-Mousse.“ Betrieben wird das Heidi Café von einer englischen Cateringfirma, die ebenfalls für andere Restaurants der Expo zuständig ist. Gekocht wird „aber mit Schweizer Köchen!“ Das Essen war sehr lecker und hat allen gut geschmeckt.
Alle schätzten die authentischen Schweizer Hauptgerichte und tauschten sich über die bisherigen Erlebnisse aus.


Nach dem Abendessen nutzten wir die Gelegenheit, die Abendstimmung der Expo zu erleben.
Leon beschreibt die Atmosphäre, die er am Abend bestaunte, so: „Der Grand Ring, der die Expo umgibt, wurde beleuchtet. Die Lichter vom Ring haben schön geleuchtet. Es war ruhig. Man konnte nur den Regen hören. Die bunten Lichter der Expo sahen durch den Regen richtig schön aus.“

Die Zeit an diesem ersten Tag an der Expo verging wie im Flug. Als wir uns auf den Weg ins Youth Hostel machten, hatten wir bereits einige beeindruckende Ausstellungen gesehen und erste Eindrücke gewonnen. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß.
Der Wunsch von Aki, in Osaka Takoyaki zu essen, ging auf dem Weg in die Unterkunft in Erfüllung und sie schreibt dazu: „Zufällig entdeckten wir am Bahnhof Shin-Osaka einen Takoyaki-Laden. Wir konnten authentische Osaka-Takoyaki kaufen, die wir später in der Jugendherberge gemeinsam probierten. Sie waren sehr lecker und ganz anders als die aus dem Supermarkt.“

Im Youth Hostel fand Shinya, der sich bereits vor dem Expo-Besuch ein Maskottchen gekauft hat, vor allem Ruhe und viele Mangas: „Wenn man reingeht, sieht man ein Bücherregal mit vielen Mangas. Da habe ich die ersten 40 Minuten in Osaka gelesen.“ Wir hatten große 4er-Zimmer und „ich konnte dort viel besser schlafen als bei anderen Klassenfahrten.“

Dienstag, 10. Juni – Deutsche Technologie & internationale Perspektiven
Der zweite Tag begann mit einem stärkenden Frühstück in der Unterkunft. Mit den Erfahrungen vom Vortag machten wir uns erneut auf den Weg zum Expo-Gelände. Als Erstes stand heute der Deutsche Pavillon auf dem Programm.
Yuto fand die Ausstellung des Deutschen Pavillons sehr interessant, mochte die interaktiven Elemente und reflektierte über die Themen Nachhaltigkeit und Technologie: „Besonders hat uns das Zimmer mit dem drehenden Sofa gefallen. Zu gemütlicher Musik und einem inspirierenden Video konnten wir über Umweltfragen nachdenken – wie: Brauchen wir wirklich all das Plastik, das wir nutzen?“

Auch für Amon war das eine eindrucksvolle Ausstellung. Er war begeistert von den Circulars – sprechenden Figuren, die den Besuch interaktiv gestalteten: „Sie erklärten uns, wie man Energie und Wasser sparsam nutzt – auf Deutsch, Englisch oder Japanisch!“


Doch nicht nur die großen Länder hatten spannende Ausstellungen zu bieten. In Kleingruppen entdeckten wir auch weniger bekannte, kleinere Länder und sammelten interessante Eindrücke.
Claire fasste eine wichtige Erkenntnis zusammen: Einige Pavillons waren so populär, dass es Stunden gedauert hätte, dort anzustehen. Sie stellte die Frage: „Lohnt es sich, einen halben Tag mit Warten zu verbringen – oder entdeckt man nicht viel mehr, wenn man kleinere und weniger bekannte Pavillons anschaut?“ Wir entdeckten etwa den Malaysia-Pavillon mit einer Streetfood-Nachbildung und Spielen oder den eindrucksvollen Pavillon der UAE mit traditionellen Kleidern, Holzarchitektur und Kamelmilch im Café.
Trotz des regnerischen Wetters zeigten alle Teilnehmenden bemerkenswerte Ausdauer und hatten in diesen zwei Tagen viel Spaß zusammen an der Expo 2025 in Osaka. Am frühen Nachmittag ging es schließlich wieder zurück – mit vielen Erinnerungen, neuen Eindrücken und Geschichten im Gepäck.
Für Frau Schneider-Lüthi war dieser Expo-Besuch ein voller Erfolg: Die Schülerinnen und Schüler des Schweizer Unterrichts konnten ihre kulturellen Wurzeln in einem internationalen Kontext erleben und sich gleichzeitig mit globalen Zukunftsthemen auseinandersetzen. Die durchweg positive Stimmung und der gemeinsame Besuch der Weltausstellung stärkten den Zusammenhalt der Gruppe.

Ein herzliches Dankeschön
Ein besonderer Dank gilt der Schweizer Botschaft in Japan, die uns bei der Organisation des Besuchs im Schweizer Pavillon sowie dem Abendessen im Heidi Café unterstützt hat. Ebenfalls bedanken wir uns ganz herzlich beim Swiss Club Tokyo, der bei der Finanzierung dieser Reise behilflich war.
Ein großes Dankeschön geht an die Eltern, die beim Raclette-Stand am Oktoberfest 2024 tatkräftig mitgeholfen haben – ohne diese Einnahmen wäre der Ausflug in dieser Form nicht möglich gewesen.
Vielen Dank auch an Emi Hasegawa, die den Ausflug in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro vorbereitet hat.
Schön war’s!
Schülerinnen & Schüler der Klassen 5 bis 11: Shinya Meer, Nico Bürgi, Leo Blind, Claire Braun, Leon Hasler, Ami Kawashima, Amon Gnaba, Yuto Shimobayashi, Aki Kawashima und Philip Braun
Begleitpersonen: Toni Meier und Franziska Schneider-Lüthi



