Expertengespräch mit Herrn Prof. Dr. Frei

Am 13. November war der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei von der Friedrich-Schiller-Universität Jena bei uns in der DSTY. In der Aula hat er einen Vortrag über die Zeit nach dem Nationalsozialismus in Deutschland für unsere 10. Klassen gehalten (10a Herr Woywod, 10b Herr Xarhakos).

Er erklärte uns zuerst, dass viele Deutsche damals Hitler und den Nationalsozialismus unterstützt haben und dass viele Familien ihre eigene Vergangenheit bis heute schöner darstellen, als sie eigentlich war.

Prof. Dr. Frei erzählte auch von der Entnazifizierung nach 1945. Die Alliierten konnten nicht die gesamte Bevölkerung bestrafen, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Deshalb wurden vor allem wichtige Personen aus Politik und Wirtschaft zur Verantwortung gezogen. Trotzdem durften viele Juristen, Ärzte, Lehrer und weitere Menschen mit angesehenen Berufen, die den Nationalsozialismus unterstützt hatten, nach einiger Zeit wieder arbeiten. Außerdem erklärte er, wie Westdeutschland nach dem Krieg neu aufgebaut wurde, bis das Grundgesetz erarbeitet wurde und die ersten Wahlen stattfanden.

Nach den spannenden Einblicken, die uns Prof. Dr. Frei in die vergangene Zeit gegeben hat, beantwortete er viele Fragen der beiden Klassen.

Ein wichtiger Punkt war der Unterschied zwischen BRD und DDR. In der BRD wurde früher und kritischer über die NS-Zeit gesprochen. In der DDR dagegen hat man sich nach einer kurzen Phase der Entnazifizierung, schnell als antifaschistisch dargestellt, weshalb dort erst viel später ernsthaft über die Vergangenheit diskutiert wurde. Prof. Dr. Frei meinte außerdem, man solle Familienerzählungen nicht blind vertrauen und sich besser auf echte historische Quellen verlassen.

Abschließend haben wir darüber gesprochen, ob heute noch genug an die NS-Zeit erinnert wird und wie gefährlich Populismus und Rechtsextremismus für unsere Demokratie sind.

Insgesamt war der Vortrag sehr interessant und hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich weiter mit unserer Geschichte zu beschäftigen.

geschrieben von Sophia und Josefine (Klasse 10a)