Geschichtsexkursion der Klassen 9a/b: Kranzniederlegung zu Ehren deutscher Soldaten aus dem II. Weltkrieg

Zur Zeit des 2. Weltkrieges waren Japan und Deutschland Verbündete und unterstützten sich gegenseitig, z. B. mit U-Booten oder Kriegsschiffen. Ein wichtiger Hafen hierfür war der Hafen in Yokohama, in dem sich am 30. November 1942 ein tragisches Unglück ereignete. Um 13:40 explodierte ein deutsches Schiff, die Uckermark, was zur Folge hatte, dass noch vier weitere Schiffe verloren gingen. Bei diesem Unglück wurden viele Menschen, darunter auch mehrere Deutsche, verletzt und getötet. Doch die Menschen aus Yokohama kümmerten sich um die Verletzten und begruben die geborgenen Leichen.
Anlässlich zu diesem Ereignis findet jedes Jahr auf dem Friedhof Yamate in Yokohama eine Gedenkfeier statt, an der Vertreter der Deutschen Botschaft wie Militärattaché Oberst Persicke, Mitglieder der Gemeinde Negishi, Schülerinnen und Schüler von der benachbarten Mittelschule und Grundschule sowie der DSTY teilnehmen. Organisiert wird die Zeremonie von der Japanisch-Deutschen Gesellschaft.
Auf der Gedenkfeier haben wir noch mehr über die Geschichte der Gedenkfeier und die Explosion gelernt. Uns wurde erzählt, dass der Friedhof nach dem Ende des Krieges vergessen wurde und erst 1984 durch Gartenarbeiten wiederentdeckt wurde. Nach dieser Wiederentdeckung fand im Jahr 1986 die erste Gedenkfeier zu Ehren der gefallenen Soldaten statt. Nach den Reden über die Geschichte und die deutsch-japanische Freundschaft wurde der Verstorbenen gedacht, indem zuerst ein Kranz der Deutschen Botschaft vor dem Grabstein niedergelegt wurde und dann alle Gäste eine Blume auf den Tisch vor dem Grab legten. Die gesamte Niederlegungszeremonie wurde vom Schulorchester der Nakaodai Junior High School begleitet.

Nach der offiziellen Gedenkfeier bekamen wir noch die Möglichkeit, einem Zeitzeugen ein paar unserer Fragen zu stellen. Er erzählte uns unter anderem, wie er sich nach dem Kriegsende gefühlt hatte, wie es seiner Familie zur Zeit des Krieges und der Explosion erging und warum die Menschen in Yokohama seiner Meinung nach den deutschen Soldaten geholfen haben. Er erzählte uns, dass er mit seiner Familie zur Zeit des Krieges in einer Zweitwohnung gelebt hatte, die so gelegen war, dass kaum Kriegsflugzeuge darüber flogen, und er so nicht viel vom Krieg mitbekam. Seine Familie hatte auch keine großen Probleme. Er erzählte uns außerdem, dass er glaubt, dass so viele Menschen aus Yokohama den deutschen Soldaten geholfen haben, weil es selbstverständlich ist, Menschen in Not zu helfen.
Wir fanden es sehr schön, dieses Ereignis miterlebt zu haben und haben uns sehr über die Möglichkeit, mit einem Zeitzeugen zu sprechen, gefreut.
geschrieben von Sophia Röhm und Josefine Uhrmeister 9a



