Workshops der Klassen 10 und 11 gegen Rassismus und Populismus

Rassismus und Populismus sind hartnäckige Gegner einer demokratischen, pluralistischen und freiheitlichen Gesellschaft. Ihre Ausprägungen – in Form diskriminierender oder demokratiefeindlicher Aussagen – bleiben jedoch häufig ohne Gegenrede. Allzu oft werden sie augenrollend übergangen, dürfen unwidersprochen im Raum stehenbleiben oder werden als „Witz“ verkauft – eine Verharmlosung, die ernste Anliegen ins Lächerliche zieht. In beiden Fällen bleibt der Kern des Problems unangetastet, der Schaden ist dennoch angerichtet.

Für die 10. und 11. Klassen unserer Schule war das Ziel des Workshops, sich diesen Themen nicht nur theoretisch zu nähern, sondern anwendbares Wissen zu erlangen und konkrete Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Als „die Großen“ der Deutschen Schule, in der Kinder und Jugendliche verschiedenster Altersgruppen zusammenkommen, nimmt die Oberstufe eine Vorbildfunktion ein, für die die Schüler/-innen heute einmal mehr gestärkt wurden.

Der Workshop begann mit einem informativen Teil, in dem grundlegende Informationen zu den Hintergründen und Ausprägungen von Rassismus und Populismus in unserer Gesellschaft vermittelt wurden. Sowohl der Blick in die Vergangenheit als auch der Blick nach Europa und in die aktuelle Politik offenbarten vielerlei rote Fäden, die bis in die Gegenwart führen und unser Miteinander auch im Hier und Jetzt prägen.

Mit diesem Wissen stellten die Klassen sich dann den zentralen Fragen des Workshops: Wie nutze ich mein Wissen, um rassistischen Ideologien entgegenzutreten, verfassungsfeindliche Symbole als ernstzunehmende Gefahr zu erkennen und manipulative Aussagen nicht nur selbst zu durchschauen, sondern auch andere davor zu schützen? Wie reagiere ich in herausfordernden Situationen? Wie handle ich, wenn ich Zeuge von diskriminierendem oder manipulativem Verhalten werde?

Die Ergebnisse dieser Überlegungen haben die Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klasse nicht für sich behalten: Eine Wandzeitung steht von nun an im Schulhaus allen zum Lesen und Lernen zur Verfügung. Sie spricht offen an, welche herausfordernden Situationen auch in einer Schulgemeinschaft wie unserer entstehen können, und wie man ihnen sicher begegnet. So bringt sie Situationen, die sonst im Verborgenen blieben, ans Tageslicht und nimmt ihnen dadurch den Schrecken.

Die Aufklärung über die Wirkmechanismen von Rassismus und Populismus sowie der reflektierte Umgang mit konkreten Situationen des Alltags sind Ziele, die niemals vollständig erreicht werden können, denn sie erfordern stetige Aufmerksamkeit und die bewusste Stärkung demokratischer Werte. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam einen weiteren Schritt auf diesem Weg gegangen zu sein!

Arbeitsgemeinschaft “Gemeinsam Werte Leben”